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Chronik Musikverein Pinsdorf

 

1888 – 1914


Zu Beginn des 21. Jahrhunderts dürfen wir auf einen sehr kompetenten und stetig wachsenden Musikverein Pinsdorf blicken. Zahlreiche erfahrene und begeisterte Musikerinnen und Musiker, im Alter von 13 bis 73 Jahren, widmen der Probenarbeit und den zahlreichen Ausrückungen viel Zeit und tragen beträchtlich zur Einsatzfähigkeit und zum guten Ruf unseres Vereines bei. Doch dass die Zeiten leider nicht immer so waren, davon zeugt der folgende Auszug aus der Vereinschronik: Es war im Jahre 1888, als sich etliche „Kirchenmusiker“ in der damals 1.500 Einwohner zählenden Gemeinde Pinsdorf erstmals zu einer Musikkapelle formierten, die als erster angemeldeter Verein des Ortes in die Geschichte einging. Als Gründer ist Josef Kienesberger (Neuhofenbauer) zu bezeichnen, der auch bis zu seinem Tode im Jahre 1912 die musikalische Leitung inne hatte.


kienesbergerZum Einsatz kamen unsere Vorfahren – die Musikkapelle bestand damals aus 14 Mann – in erster Linie bei Hochzeiten, Ständchen und Begräbnissen, bald aber auch bei kirchlichen Feiern, Umzügen und Prozessionen.
So ist der Chronik zu entnehmen, dass am 10. Juli 1900 zu Ehren der Hochzeit von Prinzessin Maria Louise, Herzogin zu Braunschweig und Lüneburg, die eine besondere Gönnerin Pinsdorfer Vereine war, von der Ortsmusik und der Feuerwehr eine Festbeleuchtung auf dem Pinsdorfberg inszeniert wurde. Auch das erste Postamt wurde im Jahre 1900 eröffnet, wobei die Ortsmusik den Festakt musikalisch umrahmte.
Im Laufe der folgenden Jahre entwickelte sich der Musikverein Pinsdorf zu einem sehr aktiven musikalischen Klangkörper, der aus dem öffentlichen Leben nicht mehr wegzudenken war. Die musikalischen Ausrückungen nahmen von Jahr zu Jahr zu und es gab kaum eine Veranstaltung im Dorf, an der die Musikkapelle nicht beteiligt gewesen wäre.
Am 29. Mai 1912 verstarb der Gründer und bisherige Kapellmeister der Ortsmusik Josef Kienesberger im 59. Lebensjahr. Als sein Nachfolger wurde der Mühlenbesitzer Karl Mangelberger bestimmt.
Im Jahre 1913 wurde zum ersten Mal der 1. Mai „gefeiert“ und die Musikkapelle, die mittlerweile auf 19 Mann angewachsen war, spielte aus diesem Anlass ein Konzert am Pinsdorfberg.

Bild: Gründer des MV Pinsdorf 1888: Josef Kienesberger (Neuhofenbauer)

 

1914 – 1930


Mit Beginn des 1.Weltkrieges wurden zahlreiche Musiker zum Militär eingezogen. Am 1. August 1915 rückte die Kapelle zum letzten Mal aus. 12 Musikanten waren nun beim Militär, nur 7 waren noch zu Hause. In der Folge wurde die Kapelle spielunfähig und aufgelöst.
Nach dem 1.Weltkrieg sah sich Kapellmeister Mangelberger nicht mehr imstande, mit den verbliebenen und heimgekehrten Musikanten eine Musikkapelle neu zu formieren. So entstand 1919 bei der Firma Hatschek unter Kapellmeister Karl Riegauf eine Werkskapelle. Diese Musikvereinigung übernahm in der Folge auch in Pinsdorf fallweise musikalische Aufgaben.
Bereits 1924 wurde die Werkskapelle Hatschek wieder aufgelassen, weil Kapellmeister Riegauf die Leitung der Trachtenkapelle Gmunden übernahm und die meisten Pinsdorfer Musikanten letztlich auch dort mitspielten.

 

Von 1924 – 1930 stand in Pinsdorf praktisch nur ein Quartett für Begräbnisse und kirchliche Anlässe zur Verfügung. Im Herbst 1929 wurden neuerliche Gespräche darüber geführt, im Rahmen des Kameradschaftsbundes doch wieder eine Musikkapelle zu gründen.

 

 

 

 

 

 

 

1930 – 1940


Einen Meilenstein in der Geschichte des Vereines bildete das Jahr 1930, als sich 14 Männer zusammenfanden und neuerlich den Musikverein
Pinsdorf zum Leben erweckten. Erstmals in der Vereinsgeschichte wurde ab diesem Zeitpunkt auch ein eigener Obmann genannt, nämlich Kaspar Moser, der auch Obmann des Kameradschaftsbundes war. Zum Kapellmeister wurde der erst 24-jährige Max Krempl gewählt, der in den folgenden Jahrzehnten auch häufig als Solo-Flügelhornist in Erscheinung trat.Als Stabführer konnte Leopold Lasser, Bäckermeister in Pinsdorf, gewonnen werden und als Herberge für die Probentätigkeit wurde des Gasthaus Saliterer auserkoren.
14 Musikanten waren bei dieser 2. Gründung dabei und der erklärte Zweck der Kapelle war es, vor allem bei Begräbnissen von Mitgliedern des Kameradschaftsbundes zu spielen.


gruppenfoto_1932Durch den Fleiß und die Ausdauer der Gebrüder Max und Karl Krempl konnten rasch junge Leute musikalisch ausgebildet und der Stand auf 23 Musikanten erhöht werden. Bereits 1934 löste sich die junge Musikkapelle vom Kameradschaftsbund los und versuchte ab nun einen eigenen, unabhängigen Weg zu beschreiten. Als neuer Obmann wurde Karl Krempl bestätigt. Die aufstrebende Musikvereinigung war praktisch bei allen öffentlichen Anlässen dabei und versuchte dabei die Bevölkerung durch ihr Spiel zu erfreuen.
Was wäre ein Faschingsumzug ohne Musikkapelle?! Ein besonderes Ereignis war die Mitwirkung bei einem Zirkus, der in Pinsdorf seine Zelte aufgeschlagen hatte und bei dem sich die Ortsmusik an 4 Tagen im August 1935 als „Zirkuskapelle“ betätigte.
In den folgenden Jahren stieg die Zahl der Musikanten weiter an und die Musikkapelle wurde in Pinsdorf und dessen näherem Umkreis zu den verschiedensten Anlässen (Konzerte, Aufmärsche, Verabschiedungen, Empfänge, etc.) verpflichtet.
Durch die politischen Ereignisse des Jahres 1939 wurde die Eingliederung der florierenden Ortsmusik in die damals wiedererstandene Werkskapelle Hatschek aufgetragen. Alle Musikanten, die bei der Firma Hatschek eine Arbeit fanden, wurden zur Mitwirkung bei der dortigen Werkskapelle verpflichtet.

 

Foto: Gruppenfoto von 1932

Die restlichen Musikanten gründeten daraufhin eine Ortsmusik, die jedoch durch die laufenden Abgänge zum Militärdienst zahlenmäßig ständig schrumpfte.
Im März 1940 wurde die Ortsmusik kriegsbedingt schließlich spielunfähig und musste das Musizieren einstellen.

 

1945 – 1955


Kurz nach dem Ende des 2.Weltkrieges, aus dem letztlich 8 ehemals aktive Vereinsmitglieder nicht mehr heimkehrten, taten sich wieder 9 ehemalige Musikanten zum Zweck der neuerlichen Gründung einer Ortsmusik zusammen. Da der frühere Kapellmeister Max Krempl zu dieser Zeit noch in Gefangenschaft war, wurde Karl Krempl nun als Obmann und Kapellmeister bestellt. Unter schwierigsten Bedingungen wurden die notwendigen Instrumente wieder zur Spielfähigkeit repariert und das erforderliche Notenmaterial zusammengetragen. An die Ausstattung aller Musikanten mit einer einheitlichen Bekleidung war zu diesem Zeitpunkt nicht zu denken.

In den folgenden Jahren zeigten viele junge Pinsdorfer musikalisches Interesse und einige wackere Musikanten versuchten mit viel Fleiß und Ausdauer die begeisterten Jungbläser zu Musikanten auszubilden. Dass die erforderlichen Instrumente zur Verfügung gestellt werden konnten, lag letztlich auch daran, dass die Firma Hatschek ihre Instrumente der nunmehrigen Ortsmusik übergab, da sie keinen Wert mehr auf eine eigene Werkskapelle legte.


Im Jänner 1947 übernahm Max Krempl, der soeben aus englischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt war, die Kapellmeisterstelle der neuen Ortsmusik. Im Oktober desselben Jahres übersiedelte der Musikverein in die neue Herberge beim Gashaus Reiter.
Am 4. Juli 1948- die Musikkapelle umfasste damals bereits 40 Mann- feierte man das 60- jährige Gründungsfest, an dem insgesamt 19 auswärtige Musikkapellen teilnahmen. Zu diesem Anlass wurde auch von den Gebrüdern Hans und Anton Lachmair eine Vereinsfahne gespendet. In diesem Jahr wurden auch bereits erste musikalische Wertungsspiele ausgerichtet. So trat unsere Musikkapelle in Bad Ischl und im „Welser Volksfest“ sehr erfolgreich auf.


Im Jahre 1949 wurde erstmals eine Tracht für alle Musikanten in Auftrag gegeben. Es konnten einheitliche Röcke und Hüte angekauft werden, was natürlich bei den zahlreichen Ausrückungen für eine optische Aufwertung sorgte. Nicht nur die gesamte Musikkapelle trat in der Öffentlichkeit musikalisch in Erscheinung, auch einzelne Duos und ein Quartett übten sich in der „Musik in kleinen Gruppen“ (Hochzeiten, Echoblasen am Traunsee, kirchliche Anlässe und Begräbnisse, etc.).

 

Im Jahre 1951 legte der verdienstvolle Obmann Karl Krempl sein Amt zurück. Er wurde zum Ehrenobmann ernannt und Ernst Hessenberger trat als neuer Obmann seine Nachfolge an. In diesem Jahr unternahm die Kapelle auch- erstmals wieder nach dem Krieg- einen gemeinsamen Ausflug, der alle Teilnehmer über die Großglockner- Hochalpenstraße nach Lienz führte. Zu dieser Zeit wurden die öffentlichen Anlässe, bei denen die Ortsmusik ihr musikalisches Können zum Besten gab, immer mehr. Die Vereinsmitglieder waren überaus motiviert und errichteten 1952 in Eigenregie beim Gasthaus Reiter einen Musikpavillon, wobei die Pinsdorfer Waldbesitzer durch Holzspenden einen erheblichen Beitrag zum Gelingen dieses Vorhabens leisteten. 1945 musste die erst 5 Jahre alte Tracht bereits wieder erneuert werden, da sie von ausgesprochen schlechter Qualität gefertigt war.


 

 

Das für den Traunsteingipfel vorgesehene „Heimkehrerkreuz“ wurde zuerst am Gmundner Rathausplatz zur Besichtigung aufgestellt- unsere Musikkapelle spielte dazu ein Konzert.
1955 übergab Ernst Hessenberger seine Obmannfunktion an Karl Blecha. Am 1. Mai 1955 trat der bisherige, sehr verdienstvoll wirkende Kapellmeister Karl Krempl zurück und sein bisheriger Stellvertreter Egon Achatz übernahm die musikalische Leitung des Vereines.


 

 

 

 

 

1955 – 1967


Im Juni 1956 wurde mit der Musikkapelle eine Schallplatten- Aufnahme produziert. Diese Tonaufnahmen wurden natürlich von allen Musikanten mit Spannung erwartet.
Obmann Karl Blecha wurde 1958 von Franz Felber abgelöst. 1960 wurde eine Neuinstrumentierung in „Normalstimmung“ vorgenommen. Die alten Instrumente in „hoher Stimmung“, die großteils aus der Vorkriegszeit stammten, waren nicht mehr zu gebrauchen, so dass man sich zur Neuanschaffung entschloss. Die enormen Kosten für diese Neuinstrumentierung konnten nur durch eisernes Sparen und mit Unterstützung der Gemeinde und der Bevölkerung aufgebracht werden.Trotzdem musste für einen erheblichen Betrag ein Kredit aufgenommen werden, wofür einige Musikanten mit ihrem Privatvermögen Haftung übernahmen. Im März 1963 wurden alle Musikanten auch mit einheitlichen Mänteln ausgestattet und erstmals nahm die Kapelle mit den neuen Instrumenten an einem Wertungsspiel in der Oberstufe teil. Im September desselben Jahres folgte die Kapelle auch einer Einladung zum Oktoberfest nach München, wo es darum ging, einen riesigen Festzug durch die Stadt musikalisch zu begleiten. 1966 wurde unsere Musikkapelle zum dritten Mal – mit großem finanziellem Einsatz – neu eingekleidet.

einkleidung1967

 

1967 – 1980


1967 löste Josef Peiskammer den bisherigen Obmann Franz Felber ab. Die Musikkapelle trat unter Kapellmeister Egon Achatz über viele Jahre hinweg immer wieder sehr erfolgreich zu Wertungsspielen in der Oberstufe an, was nicht zuletzt durch mehrere Auszeichnungen seitens des Landes OÖ. auch gewürdigt wurde. Im Jahre 1970 erfolgten Bild- und Tonaufnahmen für das 2. Deutsche Fernsehen und eine Aufnahme beim Österreichischen Rundfunk. Im November 1972 folgten neuerliche Rundfunkaufnahmen beim ORF in Linz. 1974 veranstaltete der OÖ. Blasmusikverband ein Landesmusikfest mit einem Großkonzert im Linzer Stadion, wo wir zur Mitwirkung eingeladen wurden. Im Jänner 1976 wurde Obmann Josef Peiskammer von Franz Eder abgelöst. 1977 gab es von den Musikkapellen Viechtwang, Ohlsdorf und Pinsdorf ein gemeinsames „Großkonzert“, das in Scharnstein, Gmunden und Ohlsdorf aufgeführt wurde. Beim Muttertagskonzert 1980 legte der verdienstvolle Kapellmeister Egon Achatz seine bisherige Funktion als musikalischer Leiter zurück. Er hatte 25 Jahre lang diese verantwortungsvolle Tätigkeit ausgeübt und ist damit der am längsten dienende Kapellmeister in der bisherigen Vereinsgeschichte. Die Kapellmeisterstelle übernahm ab nun der Tenorist Johann Schallmeiner.

 

1980 – 1988


Hatte man bisher vorwiegend im Saal des Gasthauses Reiter geprobt, so setzte man sich nun ernsthaft mit dem Bau eines eigenen Musikheimes auseinander. Nach mehrmaligen Beratungen zwischen der Vereinsleitung, Bürgermeister Karl Kiener und dem Besitzer des „Huberhauses“, Alois Nußbaumer, wurde mit dem Bau eines neuen Musikheimes in dem von der Gemeinde gepachteten Haus begonnen. Nach nur fünfmonatiger Bauzeit konnte das, großteils in Eigenregie von den Musikanten errichtete Probeheim seiner Bestimmung übergeben werden und im Jänner 1981 bereits die 1. Probe darin abgehalten werden. Damit ging ein jahrzehntelanger Wunsch der Musikanten in Erfüllung.


Die Musikkapelle nahm in weiterer Folge an Wertungsspielen teil, wobei man durchaus mit sehr erfolgreichen Ergebnissen nach Hause kam. Das traditionelle Muttertagskonzert, das man bisher im Gasthaus Steffelbauer abgehalten hatte, fand ab 1985 im Pfarrsaal statt.
Ein Teil der Instrumente, die mittlerweile bereits 25 Jahre im Einsatz standen, musste einer Überholung unterzogen werden. Vor allem bei den „großen Instrumenten“ ergab dies einen beträchtlichen finanziellen Aufwand. Mit großzügiger finanzieller Unterstützung der Gemeinde und tatkräftiger Mithilfe anderer Vereine wurde mit dem Bau eines neuen Musikpavillons am Dorfplatz begonnen.


Im Hinblick auf das bevorstehende 100- jährige Bestandsjubiläum, das bereits seine Schatten voraus warf, wurde im Herbst 1987 mit der Erneuerung der gesamten Tracht begonnen. Auch konnten nach vielen Jahren wieder zwei Marketenderinnen für Marschausrückungen gewonnen werden.

 

1988 – 1998


Der bisherige Obmann Franz Eder übergab nach 12-jähriger Tätigkeit bei der Jahreshauptversammlung
diese Funktion an den Klarinettisten Franz Loderbauer. Die im Vorjahr begonnene Neueinkleidung konnte im März des Jubiläumsjahres schuldenfrei abgeschlossen werden.


musikfest1988Vom 1. bis 3. Juli 1988 wurde zum 100- jährigen Bestand des Musikvereines ein Musik- und Zeltfest ausgerichtet.Während sich an den ersten beiden Tagen alles auf das sehr gut besuchte Zeltfest konzentrierte, fand am 3.Tag der Höhepunkt dieses Festes statt: Bei herrlichem Sommerwetter wurden die 12 auswärtigen Musikkapellen vor dem RAIKA- Gebäude begrüßt. Anschließend fand ein Festzug vom Gasthaus Reiter bis zum Sportplatz statt, wo sich die Musikkapellen in Marschformation aufstellten.
Zahlreiche Ehrengäste waren zu unserem Jubiläum gekommen. Es folgten die üblichen Ansprachen und Glückwünsche, einige Märsche und die Landeshymne. Zum Abschluss des Festaktes marschierte die Militärmusik OÖ. auf dem Sportplatz ein und führte eine – für damalige Verhältnisse noch seltene – Rasenshow vor. Das Musikfest fand im schattigen Zelt seinen Ausklang.
Am 1. Oktober desselben Jahres gestalteten wir eine Dankmesse in der Pfarrkirche, bei der die „Europa-Messe“ aufgeführt wurde. Nach dem Gottesdienst marschierten wir mit der Bevölkerung in einem Schweigemarsch zum Friedhof, wo ein Kranz niedergelegt wurde. Mit einem Jubiläumskonzert im Pfarrsaal am 19. November desselben Jahres, bei dem ein Querschnitt über die verschiedenen musikalischen Kompositionen des vergangenen Jahrhunderts dargebracht wurde, fand dieses Jahr einen würdigen Abschluss.


musikerAnlässlich des Dorffestes 1989 wurde der neue Musikpavillon musikalisch eröffnet. Im November 1989 legte Franz Loderbauer überraschend seine Obmannfunktion zurück und Franz Eder, bisheriger Obmann-Stellvertreter, übernahm vorübergehend wieder die Obmannschaft. Gemeinsam mit der Musikkapelle Ohlsdorf wurde im Turnsaal der Hauptschule Ohlsdorf ein Cäcilien-Konzert bestritten. Dieses Konzert wurde im Juli 1990 im Pavillon am Dorfplatz in Pinsdorf wiederholt.
Die beiden Flügelhornisten Franz Schallmeiner und Ernst Reiter beendeten ihre jahrzehntelange treue Mitgliedschaft und wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Bei der Jahreshauptversammlung am 11. Jänner 1991 kam es zu einem Generationenwechsel: Nachdem man bereits seit Längerem einen Nachfolger für den schei-denden Obmann Franz Eder gesucht hatte, erklärte sich Jörg Schusterbauer, bisher als Klarinettist im Musikverein sehr aktiv und ein Vertreter der jüngeren Generation, dazu bereit, diese Funktion zu übernehmen. Johannes Hillinger, bisher eifriger Flötist, übernahm die Kapellmeisterstelle von Johann Schallmeiner, der weiter als Posaunist und Tubist im Verein mitwirkt. Darüber hinaus wurden mehrere Funktionen im Vorstand mit jungen Vereinsmitgliedern neu besetzt.
Im Juni 1991 gab es ein freundschaftliches Fußballspiel „Musikverein gegen Feuerwehr“ am Sportplatz, das der Musikverein mit einem 4:1 Sieg für sich entscheiden konnte. Unser Ehrenobmann, langjähriger Flötist und Schlagzeuger, Franz Felber feierte mit seiner Frau Anna die Diamantene Hochzeit. Im Juli 1991 wurde unser Ehrenmitglied Ernst Hessenberger zu Grabe getragen.

Im Oktober desselben Jahres verstarb unser Ehrenobmann Franz Felber. Im November gestalteten wir erstmals ein Kirchenkonzert in der Pfarrkirche. 1992 schied unser langjähriger Tubist Alois Spiesberger aus dem Verein aus und wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Fritz Hatschek, ein großer Gönner unseres Vereines, beging im Mai seinen 70. Geburtstag. Im vollbesetzten Hatschek- Saal gab es von uns einen musikalischen Beitrag und eine Urkunde, mit der Fritz Hatschek die Ehrenmitgliedschaft bei unserem Musikverein verliehen wurde.
Im Rahmen des Dorffestes 1992 wurde von den Mitgliedern der Musikkapelle erstmals ein kleiner Flohmarkt am Bauhofgelände veranstaltet. Da die Gemeinde beabsichtigte, das „Huberhaus“, in dem sich neben der Tagesheimstätte und dem Musikheim früher der Gemeindebauhof befand, in Gemeindewohnungen umzubauen, stellte auch der Vereinsvorstand erstmals Überlegungen bezüglich der Modernisierung unseres Probeheimes an. 1993 wurde das bisherige Muttertagskonzert als „Frühlingskonzert“ im Pfarrsaal ausgerichtet. Im September desselben Jahres verstarb unser Ehrenmitglied Gottlieb Pesendorfer. Im April des Jahres 1994 durften wir Bischof Maximilian Aichern, der die Pfarre Pinsdorf besuchte, musikalisch begrüßen.

In unserem Probeheim wurde mit den umfangreichen Umbauarbeiten begonnen. Außerdem gab es in diesem Jahr in Pinsdorf das selten gewordene Ereignis einer Primiz des Pinsdorfer Neupriesters Mag. Peter Neuhuber. Unser Verein umrahmte dies mit einem Empfang für den neuen Seelsorger und nach dem Abendgottesdienst gab es ein Konzert im Musikpavillon.

Der Musikheimumbau wurde abgeschlossen und ab Jänner 1995 probten wir im neu gestalteten Probesaal, der von der Firma Fox- Holz ausgestattet wurde. Somit war erstmals ein Proben mit angenehmer Raumakustik möglich! Das traditionelle Frühlingskonzert wurde erstmals im Turnsaal der Volksschule ausgerichtet – umfangreiche Umarbeiten waren dafür notwendig. Am 17. Juni verstarb unser Ehrenmitglied Otto Ahammer sen. im 66. Lebensjahr.

Am Wochenende 30. Juni bis 2. Juli 1995 wurde unser Probeheim offiziell übergeben: Es gab einen „Tag der offenen Tür“, eine Dankmesse mit Segnung der Räumlichkeiten und eine viel besuchte Fotoausstellung in der Raiffeisenbank mit dem Thema „107 Jahre MV Pinsdorf“. Besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang der Gemeinde Pinsdorf mit Bürgermeister a. D. Alfred Födinger, den Gmundner Zementwerken sowie der Bevölkerung von Pinsdorf, die die Neugestaltung unseres Musikheimes in finanzieller Hinsicht erst ermöglichten. Im April 1996 erlitt unser Posaunist Peter Pülzl einen schweren Arbeitsunfall, an dessen Folgen er schließlich im August verstarb. Die jahrzehntelang aktiven Musikanten Johann Kienberger und Reiter Walter sen. beendeten 1997 ihre aktive Mitgliedschaft und wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Im März 1997 wurde unser Obmann Jörg Schusterbauer von den Delegierten der 39 Mitgliedsvereine zum Bezirksobmann des oberösterreichischen Blasmusikverbandes gewählt.

 

1998 – heute


Ehrenmitglied Sepp Peiskammer feierte mit seiner Gattin die Goldene Hochzeit. Unser bisheriger, sehr tüchtig und umsichtig wirkender Kapellmeister Johannes Hillinger legte am 26. August 1998 seine Funktion zurück und blieb künftig als Schlagzeuger dem Verein treu. Als sein Nachfolger wurde der junge Neukirchner Manfred Röhrer, Mitglied der Militärmusik OÖ, bestellt. Da unsere Vereinsfahne, die 1984 zum 60- jährigen Gründungsfest gespendet worden war, in keinem ansehnlichen Zustand mehr war, beschloss der Vereinsvorstand die Restaurierung bei der Firma Ridia in Ried in Auftrag zu geben. Bei einer Gedenkmesse im Oktober wurde sie gesegnet und ihrer Bestimmung wieder übergeben. Am 5. November verstarb ganz überraschend unser langjähriger Schlagzeuger Helmut Neubauer. Der Empfang des Schiweltklasse- Läufers Hermann Maier
bescherte uns im Mai 1999 einen Auftritt. Der langjährige Seelsorger von Pinsdorf, Konzestorialrat Rudolf Loidl, feierte im Juni sein „Goldenes Priesterjubiläum“. Unser Verein brachte zu diesem Anlass ein Ständchen vor dem Pfarrhof.

Am 9. Juli verstarb unser Ehrenmitglied Franz Spiesberger. Im Vorstand wurde seit Längerem eine Neueinkleidung diskutiert. Die neue Tracht wurde gemeinsam vom oberösterreichischen Heimatwerk und der Schneiderei Thomas Nussbaumer kreiert und an einem Modell vorgestellt. Im Jänner 2000 wurden Leopold Eder und Johann Reiter nach deren Ausscheiden als aktive Musiker zu Ehrenmitgliedern ernannt. Im März erfolgte die Übergabe der neuen Tracht und die alte Bekleidung wurde an einen Verein in der rumänischen Stadt „Oberwischau“ als Spende übergeben. Am 17. Juni präsentierten wir unsere neue Vereinstracht mit einem Gesamtfoto vor dem
Bauernhügel. Im Februar 2002 folgte die Teilnahme am Viertelfest- Konzert in Vorchdorf, bei dem wir gemeinsam mit dem Musikverein Ohlsdorf den ersten Teil des Konzertabends bestritten.


Vom 31. Mai bis 1. Juni durften wir gemeinsam mit der Musikkapelle Kirchham und der Feuerwehrmusikkapelle Langwies am Bundesmusikfest in Wein teilnehmen. Bei der Marschwertung im Ehrenhof des Schlosses Schönbrunn trat der oberösterreichische „Block“ in der Höchststufe E an und konnte an diesem Tag die höchste Punktezahl erreichen. Der Musikverein Pinsdorf war somit gemeinsam mit den Musikvereinen aus

Ebensee und Kirchham zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte Bundessieger. Am 5. August verstarb unser Ehrenmitglied Alois Spiesberger (Wagner) im 74. Lebensjahr.Wir spielten im November ein Prüfungs-Konzert in Unterach, da unser junger Hornist Hannes Doblmair die Kapellmeisterprüfung des oberösterreichischen Landesmusikschulwerkes absolviert hatte. Unser bisheriger Obmann Jörg Schusterbauer übergab im Jänner 2003 – nach 12-jähriger Tätigkeit – diese Funktion an unseren jungen Flügelhornisten Hannes Plank. Im März wurde eine neue CD unter dem Titel „Friends for life“ mit beträchtlichem Einsatz eingespielt. Fritz Neuböck jun. komponierte für unser 115-jähriges Gründungsjubiläum ein Auftragswerk mit dem Titel „Schloss Orth“, das beim Frühlingskonzert zur Uraufführung gelangte.
Unsere Weisenbläser erreichten beim Arienblasen am Almsee wieder eine ausgezeichnete Benotung. Die Musikkapelle beteiligte sich am 8. Dezember an einem Frühschoppen im Gasthof Steffelbauer, der vom ORF direkt ausgestrahlt wurde. Für unseren Musikverein gab es im März 2004 eine Ehrung beim Landeshauptmann. Grund war die erfolgreichen Teilnahmen an Konzert- und Marschwertungen der letzten Jahre. Am 3. April richteten wir unser traditionelles Frühlingskonzert erstmals im Toskanasaal aus – und noch dazu bei vollem Haus!
Am 17. Juli führte uns eine musikalische Reise nach Altdorf zur dortigen Markterhebung und zur Unterzeichung der Partnerschaftsurkunde zwischen Altdorf und der Gemeinde Pinsdorf. Im Oktober nahmen wir erstmals am Landesorchesterwettbewerb bei der Musikmesse in Ried i.I. teil.


Im Dezember führten wir erstmals das „Weihnachtsblasen“ durch, das bei der Bevölkerung großen Anklang fand. Im Jänner 2005 folgte dann das „Neujahr- Anblasen“ in den Ortschaften Kufhaus,Vöcklaberg, Wiesen und Wolfsgrub.
Am 23. Juli verstarb für uns alle überraschend unser Ehrenmitglied Leopold Eder.
Auch 2006 konnten wir uns über einen abermals voll besetzten Toskanasaal beim Frühjahrskonzert freuen.


kienzlmedailleAm 12. Oktober erhielt unser Musikverein aus der Hand des Landeshauptmannes die „Prof. Franz Kienzl Medaille“. Beim vorrangegangenen Konzert intonierten wir vor fachmännischem Publikum und für einen ORF-Mitschnitt drei konzertante Musikstücke.


Weiters vergab die Bezirksleitung des OÖ Blasmusikverbandes auf Antrag unseres Vereinsvorstandes erstmals ein Bezirksmusikfest an Pinsdorf,welches 2008 im Zuge des 120-jährigen Bestandsjubiläums des Musikvereins Pinsdorf abgehalten wird.
Im Jahre 2007 hielten wir die 119. Jahreshauptversammlung ab und beteiligten uns am „Hatschataler Faschingszug“. Unser Tubist Franz Eder und seine Gattin Maria feierten im März die Goldene Hochzeit. Beim Pfarrfest in Pinsdorf sowie beim Marktfest in Altdorf konzertierte die Musikkapelle zur Unterhaltung der Anwesenden.

Am 10. November konzertierte der Musikverein beim „Tag der offenen Tür“ der Gmundner Zementwerke, die im kommenden Jahr gemeinsam mit unserem 120-jährigen Bestandsjubiläum ihr 100-jähriges Firmenjubiläum feiern. Nach einer solch imposanten und bewegten Vereinsgeschichte blickt der Musikverein Pinsdorf mit Freude auf das kommende Festjahr 2008 und freut sich, sein 120-jähriges Bestehen im Rahmen eines Bezirksmusikfestes in Pinsdorf feiern zu dürfen.